Erzgebirgische Dorfgeschichten

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Redaktion
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Erzgebirgische Dorfgeschichten

Beitrag von Redaktion »

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In der Historisch-kritischen Ausgabe der Werke Karl Mays ist in der Abteilung V »Spätwerk« jetzt auch der Band Erzgebirgische Dorfgeschichten erschienen. Die darin enthaltenen Erzählungen präsentieren uns eine weniger bekannte Seite des Autors. Im Gegensatz zu seinen Abenteuergeschichten im Wilden Westen und im Orient, nimmt Karl May seine Leserinnen und Leser nun mit auf eine Reise in seine erzgebirgische Heimat. In einer Mischung aus Dorf-, Liebes- und Kriminalgeschichten spiegeln sie die Heimatverbundenheit des Verfassers wider.

Der Band enthält in der Mehrzahl Erzählungen, die dem Frühwerk zuzurechnen sind. Er wurde jedoch schon von Karl May selbst in der vorliegenden Form als Sammelband konzipiert und zunächst 1903 von A. Fischer und erneut 1907 von F. E. Fehsenfeld verlegt. In der Absicht, den symbolischen Charakter auch seiner Erstlingswerke herauszustellen, wählte May vier seiner frühesten Erzählungen aus, darunter Der Dukatenhof und Vergeltung bzw. Der Waldkönig, die zu den zu seinen Lebzeiten am häufigsten publizierten Werken gehören. Diese ergänzte er um zwei neu verfasste, stark vom Geist des Spätwerks geprägte Erzählungen: Sonnenscheinchen und Das Geldmännle.

Die jetzt vorgelegte Edition folgt der 1907 bei Fehsenfeld erschienen Fassung als letzter zu Mays Lebzeiten veröffentlichten Ausgabe. Ein ausführlicher editorischer Bericht beschreibt die Entstehungs- und Textgeschichte jeder einzelnen Erzählung und erfasst neben den bibliografischen Verzeichnissen alle Varianten zu früheren Veröffentlichungen.

Bearbeiter des Bandes: Joachim Biermann
Herausgeber des Bandes: Gunnar Sperveslage

Bestelladresse: https://www.tradingpost.de/buecher/karl ... eschichten
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rodger
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Re: Erzgebirgische Dorfgeschichten

Beitrag von rodger »

Zweiundfünfzig Euro nochwas habe ich heute überwiesen, die bislang teuerste Buchanschaffung meines Lebens, den zweiten Platz hält, wenn ich mich recht entsinne, "Karl May und seine Zeit", dessen Preis dann mangels Absatz nach einigen Jahren mal eben halbiert wurde(, geht doch).

Sozusagen betont akademisch lesen wir auf S. 517 von "nominalisierten Pronomina sowie von verblassenden Nomen in adverbialen Fügungen" und denken hier spontan an Heinz Erhardts "Wiederhol'n se mal, Müller".

Beim Hinweis auf ein weggelassenes Komma in "Für alle Welt" ("ihr gutes blaues Auge") assoziieren wir Damenboxen oder auch häusliche Gewalt. (S. 523 unten)

Einige der "Bearbeiterkorrekturen, die über eine Berichtigung eindeutiger Druck- und Setzfehler in B2 hinausgehen", erscheinen willkürlich und unnötig, erfolgen aber immerhin "wo möglich in Anlehnung an die anderen Abdrucke". (S. 577; 148.20: das "fehlende" "noch" bekräftigt durch sein Fehlen die Aussage bzw. Wirkung des "niemals" ... 171,18: bei einem spontanen erregten Ausruf fehlt schon mal eine Zäsur darin, mit Komma kommt die Stelle sozusagen reflektiver, unerregter herüber ...)
markus
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Re: Erzgebirgische Dorfgeschichten

Beitrag von markus »

Schade dass das Vorwort von 1903 am Ende der Erzählungen steht und nicht am Anfang wo es eigentlich hingehört.
markus
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Re: Erzgebirgische Dorfgeschichten

Beitrag von markus »

rodger hat geschrieben: 13.10.2022, 9:24Sozusagen betont akademisch lesen wir auf S. 517 von "nominalisierten Pronomina sowie von verblassenden Nomen in adverbialen Fügungen" und denken hier spontan an Heinz Erhardts "Wiederhol'n se mal, Müller".
Oder Erhardts „Klingt schön nicht? Und so schön geschwollen.“ :biggrin:
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rodger
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Re: Erzgebirgische Dorfgeschichten

Beitrag von rodger »

markus hat geschrieben: 16.10.2022, 1:41 Schade dass das Vorwort von 1903 am Ende der Erzählungen steht und nicht am Anfang wo es eigentlich hingehört.
Das Langzeit-Textgedächtnis meldet umgehend
Karl May (in Winnetou I) hat geschrieben: Der Geschmack der Menschenkinder ist verschieden. Ein altes Wort sagt, der Eine habe ihn vorn, der Andere hinten; jetzt sah ich, daß dieses Wort wirklich wahr ist, denn die Kiowas hatten ihn hinten.
:D

(HKA = Historische Kiowa Ausgabe)

(auch mit 66 immer noch sehr alberich ...)
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rodger
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Re: Erzgebirgische Dorfgeschichten

Beitrag von rodger »

Aber Scherz beiseite, es geht durchaus in Ordnung, daß das Vorwort in diesem Band hinten steht, in der Fehsenfeld-Ausgabe als Ausgabe letzter Hand fehlte es ja. May hatte angekündigt, es ändern zu wollen ("Nur die Vorrede wird anders", Brief an Fehsenfeld vom 26.10.1907), wozu es aber nicht kam.
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